La Bamba, Mixed Pickles und Udo Jürgens


Das waren noch Zeiten, die 70er Jahre. Die Musikkonzerne lieferten neben der Musik gleich noch passend die «kulinarische Nachspeise». Was passt besser zu Melodien wie «La Bamba» und «Hohe Tannen» als marinierte Heringe oder gefüllte Bockwürste?

Und Tipps gegen den Kater gab es gleich noch dazu:

«Saures hilft den Kater überwinden. Stellen Sie ausreichend davon bereit, damit jeder seinen Appetit daran stillen kann. Mixed Pickles, wie auf unserem Foto, und saure Gurken. Oder man trinkt Nikoloschka. Das ist ein Wodka mit einer Zitronenscheibe.»

In der unsinnlichen Gegenwart holen wir uns die Musik digital aus dem Internet – ohne Schallplattenhülle, ohne Rezepte und natürlich ohne Tipps gegen Kater. Würde es eine Plattenfirma heute wagen, Ratschläge gegen den Kater zu geben, würde das Bundesamt für Gesundheit umgehend einschreiten. Die SP würde sich empören und ein Gesetz verlangen, dies zu verbieten. Die SVP würde den Antrag ablehnen und Christoph Mörgeli hätte Stoff für seine Kolumne in der Weltwoche. Die neuste Weltwoche führt uns übrigens in einem Interview mit Udo Jürgens ebenfalls in die 70er Jahre umd zum Alkohol. Jürgens sagt:

«In den sechziger und siebziger Jahren haben alle getrunken. Alkohol wurde als normal empfunden. Es war schwierig, die Grenze zu erkennen. Es war eine Euphorie, die übergangslos in Betrunkenheit kippte. Wir fühlten uns wie die Könige.»

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