James Lasts jazziger Misserfolg wieder erhältlich


James Last, der deutsche König des Easy Listening, produzierte 1975 in den USA das Album «Well Kept Secret», das sich als einen seiner seltenen Misserfolge entpuppte. Unter Musikliebhabern arbeiteten sich die jazzig-funkigen Aufnahmen jedoch mit den Jahren zum geschätzten Geheimtipp hoch. Nun ist das bis anhin nur auf Vinyl erhältliche Album auf CD erschienen, versehen mit dem neuen Titel «James Last In Los Angeles».

Seit den sechziger hatte James Last in der ganzen Welt grossen Erfolg. Nur in den USA konnte der mit einem sicheren Riecher für den Massengeschmack ausgestattete Komponist und Arrangeur nicht Fuss fassen. Dies wollte er ändern. Er entschied, ein Album zugeschnitten auf den US-amerikanischen aufzunehmen.

Üblicherweise nahm Last seine Alben in Hamburg auf. Aber «Well Kept Secret»  spielte er in Los Angeles mit lokalen Studiomusikern ein. Darunter Grössen wie Larry Carlton an der Gitarre, Max Bennett am Bass, Larry Muhoberac an den Keyboards, Tom Scott an der Flöte, Ernie Watts am Saxophon und Gary Coleman an der Perkussion.

Zur Seite stand ihm als Produzent Wes Farrell (unter anderem Co-Autor von «Hang On Sloopy» und Produzent der «Partridge Family»). Er sorgte dafür, dass James Lasts Arrangements ein neues Klangkleid erhielten. James Last war begeistert: «Ich habe meine eigenen Arrangements nicht wieder erkannt, es war umwerfend. (…) Meine Musik klang völlig anders als andere James-Last-Alben, und genau das hatte ich mir gewünscht.»

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Das Album kam begleitet von einer grossen Werbekampagne auf den amerikanischen Markt, die Kritiker besprachen es wohlwollend, aber der kommerzielle Erfolg blieb aus. Auch in der Heimat musste James Last auf den Erfolg verzichten: «Für den deutschen Markt hingegen war das Album zu jazzig, dort erwartete man sich von mir ja eher populärere Stilrichtungen. Ausserdem war Polydor (seine Plattenfirma, Anm. des Verfassers) nicht unbedingt begeistert, dass ich die Platte in den USA produziert (…) hatte.»

James Last Zitate aus «Mein Leben – Die Autobiographie», von James Last (mit Thomas Macho), Heyne, München 2007, Seiten 239-40

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