Die Stiefel sind zum Wandern

Vom grossartigen Song «These Boots Are Made For Walkin’», den Nancy Sinatra unsterblich machte, gibt es unzählige Versionen in unzähligen Sprachen. Her einige aus den 1960er Jahren.

Yvonne Přenosilová – Boty proti lásce
Tschechisch im Doppelpack, zwei herrliche Videos des Songs.


Eileen – Die Stiefel sind zum Wandern
Deutsch mit charmantem Akzent.

Eileen – Questi stivali sono fatti per camminare
Neben der deutschen und italienischen Version sang Eileen übrigens auch noch eine französische.

Dalida – Stivaletti Rossi (1967)
Hier sind die Stiefel rot und die Rotzigkeit des Originals fehlt.

Annet Hesterman – Draag Schoenen Om Te Lopen
Holländisch, aber ansonsten ziemlich nah am Original.

Dominique Michel – Ces bottes sont faites pour marcher

Görenhafte Version mit Einsatz von Geigen.

Muguette – Ces bottes sont faites pour marcher

Die wütende Lässigkeit des Originals erreicht auch diese französische Version nicht.

Gloria Benavides – Estas Botas Son Para Caminar
Bei dieser Version konnten sich die Musiker nicht auf den Groove einigen.

Los IN – These Boots Are Made for Walkin'(1966)
Version im Stil der Beatles, gespielt von einer argentinischen Gruppe, gesungen auf englisch.

Nancy Sinatra – These Boots Are Made for Walkin’
Unschlagbar, das Original von Nancy Sinatra. Produziert von Lee Hazlewood, arrangiert von Billy Strange, der die Idee zum Bass-Intro hatte (das Chuck Berghofer spielte).

Working With Nancy Sinatra, Lee Hazlewood and Elvis Presley: Part II Of Billy Strange Video-Documentary

Nancy Sinatra and Billy Strange in the recording studio

Nancy Sinatra in the studio with Billy Strange.

Part 2 of my mini-video-documentary is now online: Billy Strange – Hit Maker.

Guitar-Legend and Master-Arranger Billy Strange Celebrates 80th Birthday

Nancy Sinatra, Billy Strange (middle) and Lee Hazlewood in 2003.

Today Billy Strange celebrates his 80th birthday in Nashville, TN. Here’s a video interview with Billy Strange I did. He talks about working with The Beach Boys, Nat King Cole, Phil Spector and Nancy Sinatra.

Billy Strange helped the Beach Boys, Elvis, Frank and Nancy Sinatra and many others to make hits.

He was a number one studio guitarist in the music studios of Hollywood in the 1950s and 1960s. You can hear his guitar on songs like “Surfin’ U.S.A.”, “Sloop John B.” and countless other Beach Boys and surf songs. He’s also famous for playing the haunting guitar on “Bang Bang”, the song that was used by Quentin Tarantino in “Kill Bill”. His arranging skills made songs like “These Boots Are Made For Walkin'”, “Some Velvet Morning” and “Something Stupid” immortal.

Schlaue Jazz-Witwe bekämpft CD-Piraten

Eine Jazz-Witwe wehrt sich: Art und Laurie Pepper im Jazz Club «Dontes» in Los Angeles. Foto: http://www.StraightLife.info

Laurie Pepper, die Witwe des 1982 verstorbenen Jazz Saxophonisten Art Pepper, bekämpft auf raffinierte Weise die illegale Veröffentlichung  seiner Musik.

Sie nimmt per Email Kontakt auf mit Sammlern von Art Pepper Bootlegs. Sie fühlen sich geschmeichelt, dass die Witwe ihres Idols sich für die Aufnahmen interessiert und schicken ihr perfekte Kopien. Diese veröffentlicht Laurie Pepper dann auf ihrem Label Widow’s Taste.

Lachend meint sie: »In diesem Geschäft werden oft diejenigen zu Freunden, von denen du dachtest, dass du sie erwürgen willst». Weitere Geschichten über Witwen von Jazz-Musikern und deren Umgang mit der musikalischen Erbschaft ihrer Männer gibt es in Marc Meyers Artikel im «Wall Street Journal» (auf englisch).

Ça plane pour moi – ein schwuler Blowjob-Song und seine Cover-Versionen

Cover Punk Band Elton Motello. Jet Boy Jet Girl.Ok, Plastic Bertrand (alias Roger Jouret) sang 1977 nicht auf dem Hit «Ça plane pour moi». Eine gerichtliche Untersuchung schreibt die Stimme dem Musiker und Produzenten Lou Deprijck zu. Und weder Plastic Bertrand noch Deprijck schrieben den Song.

LP Cover. Lou Deprijck. Lou and the Hollywood Bananas - Kingston, Kingston.Das Original heisst «Jet Boy Jet Girl», eine Ode an schwule Oralfreuden. Nicht gerade ein Text, der Massenmedien-Präsenz garantiert.

Hinter «Jet Boy Jet Girl» steckt die Punk-Band Elton Motello, ein Projekt des britischen Musikers und Toningenieurs Alan Ward (auch bekannt als Alan Timms und Alan Warst), der 1977 in Belgien arbeitete. Den harmlosen französischen Text schrieb Yvan Lacomblez. Ansonsten sind die beiden Songs identisch: Sie  verwenden das gleiche Playback (ob von Studiomusikern eingespielt oder von Elton Motello, ist unklar).

Plastic Bertrand1978 folgte eine eingeschlagerte deutsche Version eines gewissen Benny («Bin wieder frei»).

Eine Rarität stammt aus der Schweiz. 1996 nahm die Winterthurer Band «Pommes Fred» eine schön mitreissende Version auf. Pommes Fred Sänger und Gitarrist Freddy Scherer spielt heute in der Rock Band «Gotthard».

Lou Deprijck lebt übrigens unterdessen in Thailand und veröffentlichte 2006 das thailändische Cover Mai pen Laï – leider auf YouTube zur Zeit nicht zu finden.

Wem es langweilig ist, der kann verregnete Sonntagnachmittage auf YouTube verbringen mit der Suche nach weiteren Cover-Versionen. Stichwörter: Leila K., Sonic Youth, Kim Wilde, The Damned…

Bis zum nächsten Gerichtsverfahren und während weitere Versionen die Musikwelt erfreuen, schliesst Filles Sourires weitere allfällige Wissenslücken in Bezug auf «Ça plane pour moi» und präsentiert eine Sammlung der originellsten Cover-Versionen.


Originalversion von Elton Motello.

 


Plastic Bertrand mit der Stimme von Lou Deprijck. Die Musik ist genau gleich wie bei Elton Motello.

 


Die eingeschlagerte Version.