Weihnachtssongs, die fast nicht nerven

Eels sind überzeugt: Weihnachten geht vor die Hunde. Clarence Carter singt vom Weihnachtsmann, der die kleinen Mädchen in den frühen Morgenstunden glücklich macht, während die Knaben draussen spielen.

Otis Reddings Version des Weihnachtsklassiker “White Christmas” ist unübertroffen: Zerrissen, verzweifelt und sehnsüchtig träumt er von einem weissen Fest. Poly Styrene zerschmettert, von einem Reggae- Rhythmus unterlegt, die weihnachtliche Idylle. Ella Fitzgerald hingegen lädt zur unbeschwerten Schlittenfahrt. Und Neil Diamond zitiert sein eigenes Repertoire.

Die Spotify-Liste ist eine eigenwillige, aber nicht zufällige Mischung aus Soullegenden, Rockgiganten, Jazz, Elvis und Indiebands.

Fröhliche Weihnachten. Oder wie die Ramones sagen würden: Merry Christmas (I Don’t Want to Fight Tonight).

Gitarrist Phil Baugh demonstriert klassische Country-Stile

Phil Baugh (1936-1990) ist ein zu unrecht vergessener Gitarrist und Studiomusiker. Stilistisch bewegte er sich zwischen Country, Rockabilly, Pop und Jazz. Ein Eindruck seiner Spielkunst vermittelt obiges Video. Es wurde aus dem Song Country Guitar zusammengeschnitten. Ursprünglich wird zwischen den einzelnen Solos gesungen. Vermutlich stammt das Video aus dem Jahr 1965. Weiss jemand Genaueres? Um welche Fernsehshow handelt es sich?

Country Gitarrist Phil Baugh

Baugh demonstriert die Spielweise folgender Gitarristen: Les Paul, Billy Byrd (spielte für Ernest Tubb), Merle Travis, Luther Perkins (Gitarrist von Johnny Cash), Chet Atkins, Hank Garland und Duane Eddy. Am Schluss legt Phil Baugh in seinem eigenen Stil los. Und wie er loslegt… Im Video spielt Phil Baugh eine Mosrite Gitarre.

Weitere Infos: Phil Baugh… a tribute

Die Stiefel sind zum Wandern

Vom grossartigen Song «These Boots Are Made For Walkin’», den Nancy Sinatra unsterblich machte, gibt es unzählige Versionen in unzähligen Sprachen. Her einige aus den 1960er Jahren.

Yvonne Přenosilová – Boty proti lásce
Tschechisch im Doppelpack, zwei herrliche Videos des Songs.


Eileen – Die Stiefel sind zum Wandern
Deutsch mit charmantem Akzent.

Eileen – Questi stivali sono fatti per camminare
Neben der deutschen und italienischen Version sang Eileen übrigens auch noch eine französische.

Dalida – Stivaletti Rossi (1967)
Hier sind die Stiefel rot und die Rotzigkeit des Originals fehlt.

Annet Hesterman – Draag Schoenen Om Te Lopen
Holländisch, aber ansonsten ziemlich nah am Original.

Dominique Michel – Ces bottes sont faites pour marcher

Görenhafte Version mit Einsatz von Geigen.

Muguette – Ces bottes sont faites pour marcher

Die wütende Lässigkeit des Originals erreicht auch diese französische Version nicht.

Gloria Benavides – Estas Botas Son Para Caminar
Bei dieser Version konnten sich die Musiker nicht auf den Groove einigen.

Los IN – These Boots Are Made for Walkin'(1966)
Version im Stil der Beatles, gespielt von einer argentinischen Gruppe, gesungen auf englisch.

Nancy Sinatra – These Boots Are Made for Walkin’
Unschlagbar, das Original von Nancy Sinatra. Produziert von Lee Hazlewood, arrangiert von Billy Strange, der die Idee zum Bass-Intro hatte (das Chuck Berghofer spielte).

Schlaue Jazz-Witwe bekämpft CD-Piraten

Eine Jazz-Witwe wehrt sich: Art und Laurie Pepper im Jazz Club «Dontes» in Los Angeles. Foto: http://www.StraightLife.info

Laurie Pepper, die Witwe des 1982 verstorbenen Jazz Saxophonisten Art Pepper, bekämpft auf raffinierte Weise die illegale Veröffentlichung  seiner Musik.

Sie nimmt per Email Kontakt auf mit Sammlern von Art Pepper Bootlegs. Sie fühlen sich geschmeichelt, dass die Witwe ihres Idols sich für die Aufnahmen interessiert und schicken ihr perfekte Kopien. Diese veröffentlicht Laurie Pepper dann auf ihrem Label Widow’s Taste.

Lachend meint sie: »In diesem Geschäft werden oft diejenigen zu Freunden, von denen du dachtest, dass du sie erwürgen willst». Weitere Geschichten über Witwen von Jazz-Musikern und deren Umgang mit der musikalischen Erbschaft ihrer Männer gibt es in Marc Meyers Artikel im «Wall Street Journal» (auf englisch).

Ça plane pour moi – ein schwuler Blowjob-Song und seine Cover-Versionen

Cover Punk Band Elton Motello. Jet Boy Jet Girl.Ok, Plastic Bertrand (alias Roger Jouret) sang 1977 nicht auf dem Hit «Ça plane pour moi». Eine gerichtliche Untersuchung schreibt die Stimme dem Musiker und Produzenten Lou Deprijck zu. Und weder Plastic Bertrand noch Deprijck schrieben den Song.

LP Cover. Lou Deprijck. Lou and the Hollywood Bananas - Kingston, Kingston.Das Original heisst «Jet Boy Jet Girl», eine Ode an schwule Oralfreuden. Nicht gerade ein Text, der Massenmedien-Präsenz garantiert.

Hinter «Jet Boy Jet Girl» steckt die Punk-Band Elton Motello, ein Projekt des britischen Musikers und Toningenieurs Alan Ward (auch bekannt als Alan Timms und Alan Warst), der 1977 in Belgien arbeitete. Den harmlosen französischen Text schrieb Yvan Lacomblez. Ansonsten sind die beiden Songs identisch: Sie  verwenden das gleiche Playback (ob von Studiomusikern eingespielt oder von Elton Motello, ist unklar).

Plastic Bertrand1978 folgte eine eingeschlagerte deutsche Version eines gewissen Benny («Bin wieder frei»).

Eine Rarität stammt aus der Schweiz. 1996 nahm die Winterthurer Band «Pommes Fred» eine schön mitreissende Version auf. Pommes Fred Sänger und Gitarrist Freddy Scherer spielt heute in der Rock Band «Gotthard».

Lou Deprijck lebt übrigens unterdessen in Thailand und veröffentlichte 2006 das thailändische Cover Mai pen Laï – leider auf YouTube zur Zeit nicht zu finden.

Wem es langweilig ist, der kann verregnete Sonntagnachmittage auf YouTube verbringen mit der Suche nach weiteren Cover-Versionen. Stichwörter: Leila K., Sonic Youth, Kim Wilde, The Damned…

Bis zum nächsten Gerichtsverfahren und während weitere Versionen die Musikwelt erfreuen, schliesst Filles Sourires weitere allfällige Wissenslücken in Bezug auf «Ça plane pour moi» und präsentiert eine Sammlung der originellsten Cover-Versionen.


Originalversion von Elton Motello.

 


Plastic Bertrand mit der Stimme von Lou Deprijck. Die Musik ist genau gleich wie bei Elton Motello.

 


Die eingeschlagerte Version.

Historische Gitarren unter Wasser

B.B. King's guitar damaged by Nashville flood May 2010

B.B. Kings Gitarre aus der Flut gerettet (Foto: Samuel M. Simpkins/The Tennessean)

Was haben die Gitarren von Johnny Cash, Jimi Hendrix, B.B. King,  Les Paul, Tommy Tedesco, Pete Townshend und Peter Frampton gemeinsam?

Das reissende Wasser hat sie alle am 1. Mai  in Nashville beschädigt. Die Instrumente gehören zur Sammlung des Museums Musicians Hall of Fame and Music, das kürzlich seine Räumlichkeiten wegen eines bevorstehenden Abbruchs verlassen musste. Deshalb wurden die Instrumente eingelagert. Unglücklicherweise liegt das Lagerhaus am Cumberland Fluss und wurde von der Jahrtautausendflut überschwemmt.

Hier ein Video von tennesean.com mit den beschädigten historischen Instrumenten: Musicians Hall of Fame instruments destroyed in flood.

Wenn ich ein Junge wär’: Androgyne Sängerinnen

Beim Anblick der knabenhaften Sängerin Elly Jackson von “La Roux” steigt mein inneres Auge ins Bildarchiv und bringt Bilder von androgynen Sängerinnen zutage …

[picapp align=”center” wrap=”false” link=”term=la+roux&iid=6387086″ src=”4/0/9/9/Elly_Jackson_of_ea7e.JPG?adImageId=11077937&imageId=6387086″ width=”234″ height=”156″ /]

Elly Jackson

[picapp align=”center” wrap=”false” link=”term=marlene+dietrich&iid=3695133″ src=”c/a/9/9/TopHatted_Chanteuse_fcaf.jpg?adImageId=11078177&imageId=3695133″ width=”234″ height=”366″ /]

Marlene Dietrich

[picapp align=”center” wrap=”false” link=”term=kd+lang&iid=3136313″ src=”e/c/7/9/1a.jpg?adImageId=11078011&imageId=3136313″ width=”234″ height=”156″ /]

K.D. Lang

Noch mehr androgyne Sängerinnen …