Ça plane pour moi – ein schwuler Blowjob-Song und seine Cover-Versionen

Cover Punk Band Elton Motello. Jet Boy Jet Girl.Ok, Plastic Bertrand (alias Roger Jouret) sang 1977 nicht auf dem Hit «Ça plane pour moi». Eine gerichtliche Untersuchung schreibt die Stimme dem Musiker und Produzenten Lou Deprijck zu. Und weder Plastic Bertrand noch Deprijck schrieben den Song.

LP Cover. Lou Deprijck. Lou and the Hollywood Bananas - Kingston, Kingston.Das Original heisst «Jet Boy Jet Girl», eine Ode an schwule Oralfreuden. Nicht gerade ein Text, der Massenmedien-Präsenz garantiert.

Hinter «Jet Boy Jet Girl» steckt die Punk-Band Elton Motello, ein Projekt des britischen Musikers und Toningenieurs Alan Ward (auch bekannt als Alan Timms und Alan Warst), der 1977 in Belgien arbeitete. Den harmlosen französischen Text schrieb Yvan Lacomblez. Ansonsten sind die beiden Songs identisch: Sie  verwenden das gleiche Playback (ob von Studiomusikern eingespielt oder von Elton Motello, ist unklar).

Plastic Bertrand1978 folgte eine eingeschlagerte deutsche Version eines gewissen Benny («Bin wieder frei»).

Eine Rarität stammt aus der Schweiz. 1996 nahm die Winterthurer Band «Pommes Fred» eine schön mitreissende Version auf. Pommes Fred Sänger und Gitarrist Freddy Scherer spielt heute in der Rock Band «Gotthard».

Lou Deprijck lebt übrigens unterdessen in Thailand und veröffentlichte 2006 das thailändische Cover Mai pen Laï – leider auf YouTube zur Zeit nicht zu finden.

Wem es langweilig ist, der kann verregnete Sonntagnachmittage auf YouTube verbringen mit der Suche nach weiteren Cover-Versionen. Stichwörter: Leila K., Sonic Youth, Kim Wilde, The Damned…

Bis zum nächsten Gerichtsverfahren und während weitere Versionen die Musikwelt erfreuen, schliesst Filles Sourires weitere allfällige Wissenslücken in Bezug auf «Ça plane pour moi» und präsentiert eine Sammlung der originellsten Cover-Versionen.


Originalversion von Elton Motello.

 


Plastic Bertrand mit der Stimme von Lou Deprijck. Die Musik ist genau gleich wie bei Elton Motello.

 


Die eingeschlagerte Version.

Eyeglasses Of Rock And Roll

The history of eyeglasses and rock and roll has to be written yet. Consider this random photo collection as a modest starting point. Scroll down and indulge yourself in rocking eyeglasses!

Buddy Holly, The-Father-Of-Rock-and-Roll-Horn-Rimmed-Eyeglasses (Photo by Hulton Archive/Getty Images)

Roy Orbison comes very close to Buddy Holly with his eyeglasses  (Photo by John Waterman/Fox Photos/Getty Images)

Rockabilly Legend Jody Reynolds Proudly Shows His Horn-Rimmed-EyeglassesWatch out Buddy Holly and Roy Orbison, Rockabilly legend Jody Reynolds wears some nice horn-rimmed-eyeglasses, too!

Little Richard, King Of Sunglasses And Rock ‘n’ Roll (Photo by Andy Lyons/Getty Images)

elvis-presley-priscilla-eyeglassesThe other King Of Rock And Roll: Elvis Presley with his wife Priscilla, showing off his fancy eyeglasses (Photo found at Silver Lining Opticians)

Janis In FursJanis Joplin (1969) knows: these glasses keep your eyes warm in winter (Photo by Stroud/Express/Getty Images)

Rock star John Lennon (L) & his second wife Yoko Ono (R), New York 1980Rock star John Lennon and his wife Yoko Ono in 1980: Sometimes stars and sunglasses come in pairs (photo: David Mcgough, LIFE)

Heino CoverHe ain’t no rock ‘n’ roller but he sure got fine glasses

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Die besten echten Namen von Schlagerstars

Ist es nicht immer wieder befriedigend, den wahren Namen hinter einem Pseudonymen aufzudecken? Natürlich! Darum hier eine Liste mit den interessantesten echten Namen von Schlagerstars:

Künstlername echter Name
Lale Andersen Lieselotte Bunnenberg
Roy Black Gerhard Höllerich
Gunther Gabriel Günther Caspelherr
Udo Jürgens Udo Bockelmann
Roland Kaiser Roland Keiler
Lolita Ditta Zuser

Quelle: W. Krämer/M. Schmidt: Lexikon der populären Listen. Piper Verlag, München 1999. S. 71

Der musikalische Vater von Wickie und Heidi

Christian Bruhn

Wer in den siebziger Jahren Kind war, dessen Ohren kamen nicht an Christian Bruhn vorbei. Dieser Komponist schrieb die Titelmusiken zu den Zeichentrickserien «Wickie und die starken Männer» und «Heidi».

Aber dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Christian Bruhns Schaffen. Er komponierte die Musik für Schlager wie zum Beispiel «Zwei kleine Italiener» von Conny Froboess oder «Liebeskummer lohnt sich nicht» von Siw Malmkvist. Und er war Mitkomponist von «Marmor, Stein und Eisen bricht», der Schlager, der Drafi Deutscher zum Star machte.

Wer neugierig auf das vielseitige Schaffen von Christian Bruhn geworden ist, findet weitere Informationen und Hörbeispiele auf www.christianbruhn.de. Das Schöne an dieser Seite sind – neben den Informationen – die durchgängig positiven Selbsteinschätzungen des Komponisten. So findet er seine allererste Titelmusik «heute noch gut», andere Lieder schätzt er ein als «ziemlich Kult» oder «ziemlich überzeugend». Urteilen Sie selber …

Wussten Sie übrigens, dass Gitti und Erika das Heidi-Lied sangen? Das Lied hat sich während meiner Kindheit in meine Trommelfelle eingebrannt, aber ich fragte mich nie, wer es sang. Somit wäre also eine Frage beantwortet, die ich mir gar nie gestellt habe.

Verwandte Links

Gitte Haenning – von Schlager bis Jazz

Gitte Haenning Cover

Vor ein paar Wochen, spät am Abend beim Zappen, bleibe ich auf einem dritten Programm bei «Ich will alles – Die Gitte Haenning Story» hängen. Eine umwerfende, unglaubliche Geschichte. Eine Geschichte, die in Skandinavien, Deutschland, Italien spielt. Die Geschichte eines Mädchens, das in Dänemark zusammen mit dem Vater auftritt, ein Kinderstar wird und als Teenager bereits Multimillionärin ist.

Der Bruch mit dem Vater, der riesige Erfolg in Deutschland, der ihr noch mehr Geld und noch mehr Ruhm brachte. Erfolgreiche Duette mit Rex Gildo, immer wieder Schauspielerei in deutschen und skandinavischen Filmen, Musical-Auftritte. Eigene TV-Shows. Eine unglaubliche Vielseitigkeit. Aber sie musste sich den Regeln der deutschen Schlagerindustrie unterordnen. Also auf keinen Fall zu Anspruchsvolles produzieren und das Image der harmlosen Göre pflegen.

Köstlich ist der Versuch der Plattenfirma, dem Publikum Gitte und den schwulen Rex Gildo als Traumpaar zu verkaufen. Spannend auch anhand zeitgenössischer Filmaufnahmen zu sehen, wie frisch Gitte im Nachkriegs-Deutschland wirkte. Ihr Hit «Ich will ‘nen Cowboy als Mann» sorgte sogar für einen kleinen Skandal: Eine bayrische Bahnbeamten-Vereinigung protestierte dagegen, dass sich Gitte im Song über Bahnbeamte lustig macht.

Neben dem Schlager pflegt sie ihre Liebe zum Jazz, Gitte ist eine ausgezeichnet Jazz-Sängerin. Kopenhagens Jazz-Szene war in den sechziger Jahre sehr lebendig, viele US-Amerikaner spielten in den Clubs. Einer ihrer Förderer war der Bassist Oscar Pettiford, der leider bei einem Fahrradunfall in Kopenhagen ums Leben kam. Ein weiterer Bassist spielte in Gittes Leben ein wichtige Rolle: Niels-Henning Ørsted Pedersen war mehrere Jahre ihr Lebenspartner.

Immer mehr befreit sich Gitte aus der engen Schlagerwelt, macht Aufnahmen mit Big Bands, probiert Neues aus, nimmt die Karriere selber in die Hand und hat in den achtziger Jahren grossen Erfolg mit intelligenten, aber dennoch eingängigen und zeitgemäss klingenden Songs. Gitte produziert immer noch CDs und steht regelmässig auf der Bühne. Entweder solo oder zusammen mit Wencke Myhre und Siw Malmkvist.

«Ich will alles – Die Gitte Haenning Story» ist ein wunderbarer Musik-Dokumentarfilm, der offensichtlich in enger Zusammenarbeit mit Gitte entstand. Trotzdem ist es ein ehrlicher Film, kein blosses Fan-Projekt. Er vermittelt einem einen guten Einblick in die schillernde Persönlichkeit von Gitte und klammert kritische Töne nicht aus. Zu Wort kommen unter anderem Freunde, Verwandte und Mitmusiker. Sehenswert sind die vielen Archivaufnahmen, die bis zurück an den Anfang ihrer Karriere reichen. Der Film ist erhältlich auf Amazon.

Wigs And Cheap Guitars – German Girl Group “Die Sweetles” Want A Beatle For Birthday

“Die Sweetles” single cover

The German girl group the Sweetles was a short-lived Beatles tribute band that cashed in on the Beatles boom. In 1964 they had a top forty hit in Germany with the single “Ich wünsch’ mir zum Geburtstag einen Beatle” (I Want A Beatle For My Birthday).

The Sweetles were the brainchild of German songwriter Christian Bruhn, who also co-wrote the tribute song. On the cover you can see four girls – check out the fancy wigs and guitars – to make the Beatles tribute idea complete. But on the song there are only three singers: Peggy Peters (real name Christina Zakewski), Charlotte Marian (real name Charlotte Bischoff), and actress-singer Monika Grimm.

Charlotte Marian was married to songwriter Christian Bruhn. Peggy Peters later continued her singing career under the name Tina Rainford.
You can find more facts about the Sweetles and other girl groups on the recommendable Ready Steady Girls page.

Camillo Felgen und der Geiz von EMI

Camillo FelgenEs war ein spontaner CD-Kauf in einem auf Oldies spezialisierten Geschäft: Camillo Felgen heisst der Sänger, die CD stammt aus der Serie «Electrola Stars – Schlager und Stars».

Zuerst machte mich der Name Camillo Felgen neugierig. Klingt eher wie ein Name für einen Opernsänger als für einen Schlagersänger. In den dreissiger Jahren wäre es auch ein guter Name gewesen für einen UFA-Schauspieler.

Gerne hätte ich mehr über Camillo Felgen erfahren. Aber die Plattenfirma EMI schafft es tatsächlich, der CD ein zehnseitiges CD-Heftchen beizulegen, das keine einzige Information über den Künstler enthält. Bloss Werbung für weitere Veröffentlichungen aus der Serie sind enthalten. Keiner erwartet von der EMI, dass sie das CD-Beiheft so gewissenhaft und liebevoll gestaltet wie zum Beispiel die auf Wiederveröffentlichungen spezialisierte Firma Bear Family. Aber wenigstens eine Kurzbiografie sollte doch drinliegen.

Ein Blick auf die Liedertitel zwang mich trotzdem, die CD zu kaufen. Wer es schafft, ein Unikat wie «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» und «Ich habe Ehrfurcht vor schneeweissen Haaren» in sein Repertoire aufzunehmen, hat es verdient, dass man seine CD kauft. Die Musik von «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» stammt vom britischen Hit «Telstar» (1962), ein Instrumental-Stück der «Tornados», geschrieben und produziert von Joe Meek. Für «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» wurde ein deutscher Text geschrieben. «Ich habe Ehrfurcht vor schneeweissen Haaren» ist ein sehr sentimentales Lied, das vermutlich schon bei seiner Veröffentlichung 1961 ziemlich altmodisch klang.

Im Internet finden sich ein paar Informationen zu Camillo Felgen (1920 -2005). Er war ein luxemburgischer Sänger, Texter und Radiomoderator. Nutzlos, aber nett zu wissen: Er schrieb die Texte für die deutschen Beatles-Versionen von «I Want To Hold Your Hand» und «She Loves You». Siehe die offizielle Seite und eine Fanseite. Und eine Seite, die sich auf seine Arbeit als Radiomoderator konzentriert.