Wigs And Cheap Guitars – German Girl Group “Die Sweetles” Want A Beatle For Birthday

“Die Sweetles” single cover

The German girl group the Sweetles was a short-lived Beatles tribute band that cashed in on the Beatles boom. In 1964 they had a top forty hit in Germany with the single “Ich wünsch’ mir zum Geburtstag einen Beatle” (I Want A Beatle For My Birthday).

The Sweetles were the brainchild of German songwriter Christian Bruhn, who also co-wrote the tribute song. On the cover you can see four girls – check out the fancy wigs and guitars – to make the Beatles tribute idea complete. But on the song there are only three singers: Peggy Peters (real name Christina Zakewski), Charlotte Marian (real name Charlotte Bischoff), and actress-singer Monika Grimm.

Charlotte Marian was married to songwriter Christian Bruhn. Peggy Peters later continued her singing career under the name Tina Rainford.
You can find more facts about the Sweetles and other girl groups on the recommendable Ready Steady Girls page.

Camillo Felgen und der Geiz von EMI

Camillo FelgenEs war ein spontaner CD-Kauf in einem auf Oldies spezialisierten Geschäft: Camillo Felgen heisst der Sänger, die CD stammt aus der Serie «Electrola Stars – Schlager und Stars».

Zuerst machte mich der Name Camillo Felgen neugierig. Klingt eher wie ein Name für einen Opernsänger als für einen Schlagersänger. In den dreissiger Jahren wäre es auch ein guter Name gewesen für einen UFA-Schauspieler.

Gerne hätte ich mehr über Camillo Felgen erfahren. Aber die Plattenfirma EMI schafft es tatsächlich, der CD ein zehnseitiges CD-Heftchen beizulegen, das keine einzige Information über den Künstler enthält. Bloss Werbung für weitere Veröffentlichungen aus der Serie sind enthalten. Keiner erwartet von der EMI, dass sie das CD-Beiheft so gewissenhaft und liebevoll gestaltet wie zum Beispiel die auf Wiederveröffentlichungen spezialisierte Firma Bear Family. Aber wenigstens eine Kurzbiografie sollte doch drinliegen.

Ein Blick auf die Liedertitel zwang mich trotzdem, die CD zu kaufen. Wer es schafft, ein Unikat wie «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» und «Ich habe Ehrfurcht vor schneeweissen Haaren» in sein Repertoire aufzunehmen, hat es verdient, dass man seine CD kauft. Die Musik von «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» stammt vom britischen Hit «Telstar» (1962), ein Instrumental-Stück der «Tornados», geschrieben und produziert von Joe Meek. Für «Irgendwann erwacht ein neuer Tag» wurde ein deutscher Text geschrieben. «Ich habe Ehrfurcht vor schneeweissen Haaren» ist ein sehr sentimentales Lied, das vermutlich schon bei seiner Veröffentlichung 1961 ziemlich altmodisch klang.

Im Internet finden sich ein paar Informationen zu Camillo Felgen (1920 -2005). Er war ein luxemburgischer Sänger, Texter und Radiomoderator. Nutzlos, aber nett zu wissen: Er schrieb die Texte für die deutschen Beatles-Versionen von «I Want To Hold Your Hand» und «She Loves You». Siehe die offizielle Seite und eine Fanseite. Und eine Seite, die sich auf seine Arbeit als Radiomoderator konzentriert.

La Bamba, Mixed Pickles und Udo Jürgens

Das waren noch Zeiten, die 70er Jahre. Die Musikkonzerne lieferten neben der Musik gleich noch passend die «kulinarische Nachspeise». Was passt besser zu Melodien wie «La Bamba» und «Hohe Tannen» als marinierte Heringe oder gefüllte Bockwürste?

Und Tipps gegen den Kater gab es gleich noch dazu:

«Saures hilft den Kater überwinden. Stellen Sie ausreichend davon bereit, damit jeder seinen Appetit daran stillen kann. Mixed Pickles, wie auf unserem Foto, und saure Gurken. Oder man trinkt Nikoloschka. Das ist ein Wodka mit einer Zitronenscheibe.»

In der unsinnlichen Gegenwart holen wir uns die Musik digital aus dem Internet – ohne Schallplattenhülle, ohne Rezepte und natürlich ohne Tipps gegen Kater. Würde es eine Plattenfirma heute wagen, Ratschläge gegen den Kater zu geben, würde das Bundesamt für Gesundheit umgehend einschreiten. Die SP würde sich empören und ein Gesetz verlangen, dies zu verbieten. Die SVP würde den Antrag ablehnen und Christoph Mörgeli hätte Stoff für seine Kolumne in der Weltwoche. Die neuste Weltwoche führt uns übrigens in einem Interview mit Udo Jürgens ebenfalls in die 70er Jahre umd zum Alkohol. Jürgens sagt:

«In den sechziger und siebziger Jahren haben alle getrunken. Alkohol wurde als normal empfunden. Es war schwierig, die Grenze zu erkennen. Es war eine Euphorie, die übergangslos in Betrunkenheit kippte. Wir fühlten uns wie die Könige.»